Susanne Zemrosser© 2004
Gouache und Kaseintempera auf Blattgold auf nepalesischem handgeschröpftem Lokta-Papier
1999 / 2000         50 x 50 cm
 
Diese Blätter wurden durch einen Prosatext von Ingeborg Karin Hoflehner inspiriert.
 
„Dem Kinde wachsen die Tage auf goldenem Grund.
Dies hörte die Zeit.
Sie ließ das Kind eine Weile und nahm es dann in ihre Lehre.
Es sollte lernen, seine Wege nach ihrem Maß abzuschreiten.
Es sollte lernen, nach ihrer Skala zu wachsen.
Es sollte lernen, nach ihren Abschnitten zu leben.
Das Kind sollte zu einem Menschen heranreifen, der in der Zeit aufgehe, von ihr erfüllt werde.
Dem Kinde wachsen die Tage auf goldenem Grund.
Das Leben ist kein Pathos, meint unsere Zeit und stahl den goldenen Tagen das Kind.“


Für mich verbirgt sich in diesen Zeilen ein Hinweis, unser eigenes inneres Kind wieder zu wecken, unsere Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu leben, wieder ganz zu sein, wahrhaftig, nicht aufgeteilt durch die Scheinhaftigkeit von Zeit und Raum, erschaffen durch unseren Geist.
Es ist die bedingungslose Hingabe an das Leben, ohne geteilt zu sein durch Vorurteile, Ansichten, Bekenntnisse jeglicher Art, Identitäten, Abgrenzungen, Bedingungen.
Ohne Absicht, erwartungslos, mit Hingabe zu malen, ohne das Ergebnis zu wissen, sich dem Geheimnis zu öffnen, mit dem Pinsel zu tanzen auf goldenen Grund.
 
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